Troglitazone
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| Chemie: |
Thiazolidindion |
| Firma |
Sankyo, Japan (die Troglitazone entwickelt hat)
Warner-Lambert, USA
Glaxo Wellcome, UK |
| Handeslname |
Rezulinâ (USA)
Die Substanz ist in den USA (seit 1996) und in Japan
zugelassen
Glaxo Wellcome hat die Substanz kurz nach der Zulassung
1997 wieder vom europäischen Markt genommen (s.u.) |
| Parmakokinetik |
Orale Absorption
Dosierung 200 biss 800mg/d oral
HWZ 10.15 h
Die beiden Hauptmetaboliten sind konjugierte Sulfate und
Quinone; deren HWZs sind 20-25h und 10-12 h (
Die Exkretion erfolgt hauptsächlich mit dem Stuhl und so
gut wie garnicht mit dem Urin (Spencer and Markham, 1997  ) |
| Wirkung |
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molekular
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Troglitazone verbessert die gestörte
Insulinaktion in Leber und Sklettmuskel sowie im
Fettgewebe; der zugrundeliegende Mechanismus ist noch
nicht gänzlich aufgeklärt; dabei kommt es zur Senkung
von Hyperglykämie, Hyperinsulinämie und
Hypertriglyceridämie (Nolan et al, 1994  ; Park et
al,1998  ); der Glucose-Transport
bzw. die Glucose-Aufnahme werden wahrscheinlich
durch die Induktion der Transporter-Expression verbessert;
hierbei scheint Troglitazone ein Aktivator
(up-Regulation) des peroxisome proliferator
acitvated recptor g (PPARg ) zu sein ( Park et al, 1997  , Park et al,
1998  ). PPARg gehört zu
einer Familie von PPARs, nukleären Rezeptoren, von den
es 3 Subtypen, a , d und g gibt (Schoonjans et al, 1996a  ; Braissant et
al, 1996  ; Jones et al,
1995  ). Vom PPARg gibt es 2
Isoformen, PPAR g 1 und g 2 (Fajas et al, 1997  ; Elbrecht et
al, 1996  ). Die exakte
Funktion der PPARs ist noch nicht geklärt, aber sie
scheinen eine wesentliche Bedeutung bei
Adipozyten-Diffferentierung, Insulinaktion und
Lipidmetabolismus zu spielen (Schoonhans et al, 1996a
 ; Schoonhans
et al, 1996b  ; Hu et al,
1995
). Die PPARg -Aktivatoren sind
die einzigen Substanzen, die eine Re-Sensitisierung der
Insulinaktion erreichen. |
klinisch
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Das klinische Wirkspektrum auf metabolische
Funktionen ist vielfältig. Es wurden beschrieben: |
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bei adipösen Patienten(innen) mit gestörter
Glukosetoleranz: |
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Insulin Resistenz¯ |
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verbesserte Glucose - Toleranz ( 2x 200mg/d 12
w) (Nolan et al, 1994  ) |
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Insulin Sensitivität pankreatische b
-Zell-Antwort aud Glucose |
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(400 mg/d 12 w) (Cavaghan et al, 1997  ) und |
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bei NIDDM Patienten(innen): |
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nüchtern FFA-Spiegel¯ |
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nüchtern und postprandiale Triglyerid Spiegel¯ |
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C-Peptid¯ |
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basal hepatische Glucose Produktion¯ |
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Glucose Aufnahme |
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nüchtern und postprandiale Glucose¯ |
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(200 bis 600 mg/d) |
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Triglyceride¯ HDL |
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HbA1c¯ |
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diastolischer Druck ¯ Herzschlagvolumen
Peripherer Widerstand¯ |
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(800mg /d 48 wo) (Ghazzi et al, 1997 ) |
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Dunaif et al (1996 ) führten eine doppel-blind
randomisierte Studie an 25 adipösen PCOS Patientinnen
mit Troglitazone durch; dabei erhielten die Patientinnen
entweder 200 oder 400 mg Troglitazone oral morgens über
drei Monate; die stärksten Veränderungen ergaben sich
bei unverändertem BMI in der 400mg-Gruppe: |
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nüchtern Insulin¯ 2h post OGTT
Insulin¯ |
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Insulin Sensitivität |
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freies Testosteron¯ |
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Sex
hormone binding globuline (SHBG) |

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Desweiteren wurde von Ehrmann et al (1997  ) in einer
Studie bei 13 adipösen PCOS-Patientinnen beobachtet,
die täglich 400 mg Troglitazone oral über 12 Wochen
erhielten, daß es bei unverändertem Körpergewicht zu
folgenden Veränderungen kam: |
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nüchtern Glucose¯ 2h post OGTT
Glucose |
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HbA1c¯ |
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Insulinsensitivität |
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totales Testosteron¯ freies Testosteron¯ |
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Aktivtät des Plasminiogen Aktivator Inhibitor
Typ 1¯ ; |
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Daraus schlossen die Autoren, daß der Einsatz
von Troglitazone beim PCOS mit metabolischer Komponente
eine sinnvolle Therapieergänzung darstellt. |
| Nebenwirkungen: |
Aber!:
Hepatoxizität! |
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Nach Aussagen
der Citizen´s Health Research Group sollen 26
Todesfälle mit der Einnahme von Troglitazone assoziiert
sein, während Warner-Lambert und die die U.S. Food and
Drug Administration (FDA) 14 "validierte"
Todesfälle mit der Einnahme dieser Substanz in
Verbindung bringen; vor kurzem wurde über eine 55 J.
alte Frau berichtet, die 400mg Troglitazone/d über 3.5.
Monate eingenommen hat und einen subfulminanten
Leberschaden erlitt, der eine ungehende Transplantation
notwendig machte (Neuschwander et al, 1998 ).
Wegen der möglichen Leberschädigungen hat Glaxo
Wellcome die Zulassung dür den europäischen Markt 1997
zurückgezogen. Das U.S. National Institute of Health
(NIH) hat den Troglitazone-Studienarm des Diabetes
Prevention Program abgebrochen: Dennoch ist in den USA
Rezulin nach wie vor zugelassen; man geht davon aus, daß
1.5 Mill Patienten Rezulin einnehmen, vor allem
NIDDM-Patienten, die von der Einnahme erheblich
profitieren sollen (obwohl Endpunkt-Langzeitstudien
hierzu noch nicht vorliegen; vgl Metformin); man
empfiehlt vor und unter der Therapie engmaschige
Kontrollen der Leberfunktion.Desweiteren
wurde über einen Fall von atypischer Pleuritis oder
interstitieller Pneumonie unter der kurzfristiger
Einnahme von Troglitazone berichtet (Koshida et al, 1998
)
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| Schwangerschaft |
Teratogenität nicht geprüft; daher Einnahme
währende der Schwangerschaft kontrainiziert. Dies ist von besonderer Bedeutung, da durch
Verbesserung der Ovarfunktion im Rahmen einer Senkung der
Hyperinsulinämie unter Troglitazone Ovulationen möglich
sind, ja sogar bei der Behandlung des sog.PCOS die
Normalisierung der Ovarfunktion angestrebt wird. Daher
sollte bei PCOS-Patientinnen Troglitazone nur unter
strenger Kontrolle der Ovarfunktion höchstens bis zur
Ovulation gegeben werden (siehe aber unten unter
"Fazit"!).
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| Stillzeit |
Diesbezüglich
nicht geprüft, daher Einnahme währende der Stillzeit
kontrainiziert. |
Das
Ausmaß der Reduktion war ähnlich wie dies bereits auch
bei der Behandlung mit Acarbose beschrieben worden ist
(Geisthövel et al, 1996  ). |
Fazit: Troglitazone scheint bisher keine
Vorteil zu bieten. Die Probleme bestehen geauso wie sie
für Metformin und Acarbose beschrieben worden sind. Zu
beachten ist, daß die genaue (systemische!) Wirkung von
Troglitazone noch nicht bekannt ist, und komplexe
Wirkmodelle anzunehmen sind.Aufgrund
den in seltenen Fällen auftretenden schweren
Hepatotoxizität ist Troglitazone bei der Behandlung der
Hyperinsulinämie im Rahmen der FOHA/PFO II/III° nicht
indiziert. Man wird abwarten müssen, ob aus der
Substanzklasse der PPAR g - Aktivatoren
selektivere Medikamente entwickelt werden.
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